Détail de la notice
Titre du Document
Kleptomanie und Ladendiebstahl: Ein historischer Überblick
Kleptomania and shoplifting: a historical review
Auteur(s)
Leygraf Norbert
Résumé
Das Phänomen krankhaft anmutender Diebstahlshandlungen ansonsten unauffällig erscheinender Täter beschäftigt die Psychiatrie seit Beginn des 19. Jahrhunderts. Mit dem Begriff der Kleptomanie wurde hierfür ein eigenständiges Krankheitsbild geschaffen und als eine isolierte Störung des Willens (Monomanie) betrachtet. Ursächlich wurden u. a. strukturelle Auffälligkeiten des Gehirns, frauenspezifische Lebensumstände, konflikthaft verlaufende frühkindliche Entwicklungen und die Verführung durch offensive Werbestrategien in modernen Großkaufhäusern angesehen. Trotz immer wieder geäußerter Kritik hat sich die Annahme einer psychischen Erkrankung, die sich nur in Diebstahlshandlungen äußern soll, über mehr als 150 Jahre gehalten. Sowohl der Diagnose einer Kleptomanie als auch den hierfür als leitend angesehenen Kriterien wurden in den derzeit gültigen Klassifikationssystemen unter den „Störungen der Impulskontrolle“ der Rang einer scheinbar objektiven Feststellbarkeit verliehen. Tatsächlich erweisen sich diese Kriterien aber als wenig spezifisch. Dies ist insbesondere deshalb problematisch, als sich die Frage nach einem krankhaften Hintergrund von Diebstahlshandlungen überwiegend im Kontext von Gutachten zur Schuldfähigkeit stellt. Tatsächlich findet sich krankhaft bedingtes Stehlen immer nur als ein Symptom neben anderen bei recht unterschiedlichen psychischen Erkrankungen und situativen Belastungen. Die Fokussierung auf den reinen Akt des Stehlens bir
Editeur
Springer
Identifiant
ISSN : 1862-7080
Source
Forensische Psychiatrie, Psychologie, Kriminologie (Internet) A. 2009, vol. 3, n° 2, pp. 107-115 [9 pages]
Langue
Allemand
Copyright
©Springer-Verlag, 2009
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